Staatsministerin Köpping rückt Nachwendezeit in den Fokus

Pressemitteilung

Petra Köpping möchte Wendezeit in Döbeln und Mittelsachsen aufarbeiten

Unter dem Titel „Schlaglicht Nachwende – Erfolgsgeschichte ohne Verlierer?“ rücken die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, und Henning Homann, Döbelner Landtagsabgeordneter und Chef der SPD Mittelsachsen, die Nachwendezeit in den Mittelpunkt einer Abendveranstaltung. Im Kuppelbau auf dem Gelände des ehemaligen VEB Döbelner Beschläge- und Metallwerk, kurz VEB DBM, sollen am 05. September ab 19 Uhr diejenigen zu Wort kommen, die in der Nachwendezeit ganz besondere Geschichten erlebt haben, positive und negative.

„Petra Köpping hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Nachwendezeit genauer in den Blick zu nehmen. Sie möchte mit Menschen über Erfolge, gerade aber auch über neue Ungerechtigkeiten und Verletzungen ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung findet ganz bewusst auf dem Gelände des ehemaligen VEB DBM statt. Zu viele persönliche Schicksale, Verletzungen und Ungerechtigkeiten, der Verlust des Arbeitsplatzes oder Zäsuren in der Berufslaufbahn wurden bisher nicht aufgearbeitet. Diesen Geschichten möchte die Ministerin, möchten wir gemeinsam einen Raum bieten. Ich lade daher alle ein: diejenigen, die in Betrieben wie dem VEB DBM, den Harthaer Hausschuhwerken oder im Roßweiner Schmiedewerk gearbeitet haben, ihre Geschichte zu erzählen. Diejenigen, für die die Wende gleichbedeutend mit einer biografischen Wendung war. Und all jene, die diese Geschichten interessieren, zuzuhören. Ich bin gespannt auf einen erkenntnisreichen Abend!“, so Henning Homann, der die Veranstaltung moderieren wird.

Mit ähnlichen Veranstaltungen und einer vielbeachteten Rede hat Petra Köpping eine Debatte über die Verletzungen und Ungerechtigkeiten der Nachwendezeit angestoßen, die auch in der bundesweiten Presse Nachhall fand.

Der VEB DBM hatte bis zur Wende 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wurde dann von einem Investor, der das Werk von der Treuhand erworben hatte, liquidiert. Damit ist das Werk nur ein Beispiel für viele Betriebe, die vor der Wende Arbeitsplätze und Lebensmittelpunkt für hunderte Menschen in Mittelsachsen boten, und in der Nachwendezeit geschlossen wurden. 

Schlaglicht Nachwende
Dienstag, 5. September 2017
19.00 bis 21.00 Uhr
Kuppelbau | Grimmaische Straße 14, 04720 Döbeln

Die Kapazität des Veranstaltungsraumes ist begrenzt. Der Eintritt ist frei.

Hintergrund:

Die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Nachwendezeit genauer in den Blick zu nehmen. Sie möchte über die Erfolge, aber auch über neue Ungerechtigkeiten und Verletzungen ins Gespräch kommen. Eine Aufarbeitung der persönlichen Geschichten der Nachwendezeit ist nötig, schien bisher aber verdrängt worden zu sein. Über diese prägende Zeit wurde bisher leider nur wenig gesprochen. Über Abwanderung auf der Suche nach Arbeit, und damit über getrennte Familien. Über Zäsuren in Berufslaufbahnen, sollten doch in der DDR erlangte Abschlüsse auf einmal vollkommen wertlos sein. Über den Verlust des Arbeitsplatzes und das Gefühl, die Fabrik, die über Jahrzehnte Arbeit bot, in einer Transfergesellschaft selbst abzuwickeln. Darüber, wie es denn ist, auf einmal in einer neuen Welt zurecht zu kommen, seine Familie zu ernähren und den Kindern ein gutes Vorbild zu sein. Ein Anker, auch wenn man selbst von Zweifeln geplagt ist. Und auch über die Panik, die der Blick auf den ersten Rentenbescheid „West“ auslöst.
 
Dass es nicht nur ein Gefühl ist, dass für diese Ungerechtigkeiten und Wunden der Nachwendezeit bisher kein Platz war, sie nahezu verdrängt und nicht aufgearbeitet wurden, haben der große Zuspruch bei Veranstaltungen der Ministerin und die vielen persönlichen Briefe und Gespräche nach diesen verdeutlicht. Wir möchten reden. Mit Ihnen!
 
Auch in Döbeln gibt es zahllose dieser Beispiele. Eines davon ist mit dem gewählten Veranstaltungsort tief verwurzelt: Der VEB Döbelner Beschläge- und Metallwerk hatte bis zur Wende über 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wurde danach von der Treuhand an einen Investor verkauft, der das Unternehmen dann liquidierte. Auch Zulieferbetriebe im Umland, wie die Schmiede in Roßwein, waren abhängig von den Aufträgen des ehemaligen VEB.

 
 

Kommentare

Die Emailadresse wird nicht veröffentlicht.

Die Trackback-URL ist die Adresse dieser Seite.

Kommentar eingeben


Speichern

Keine Kommentare vorhanden

 

Termine

Alle Termine öffnen.

24.10.2017, 14:00 Uhr Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

30.10.2017, 10:00 Uhr Bürobesprechung

30.10.2017, 10:00 Uhr Bürobesprechung

30.10.2017, 18:00 Uhr Bericht aus Dresden

01.11.2017, 19:00 Uhr AG Demokratieentwicklung und Strategien gegen Rechts

Alle Termine