Sonate für Blockflöten und Schalmeien

Veröffentlicht am 22.06.2009 in Features

Was lange währt, wird mit Sicherheit interessant: Jetzt hat Karl Nolle sein Buch "Sonate für Blockflöten und Schalmeien" vorgestellt. Und während vor Erscheinen des Buches die Aufregung in den Reihen der sächsischen CDU groß und die Abwehrworte markig waren, werden die Unionsfreunde diesmal ein paar Tage brauchen, um die vorgelegten Dokumente zu verdauen.

Die Sonate ist keine vorschnelle Anlageschrift. Karl Nolle hat mit dem Buch eine umfangreiche Sammlung von Materialien und Dokumenten vorgelegt, die für sich sprechen. Anhand von Texten, Akten, Emails und Zitaten können sich die Leserinnen und Leser ein eigenes Bild machen. Für die sächsische Union wird es schwer werden, das Thema des Umgangs mit ihrer Vergangenheit nun noch davonzuschieben.

"Nur wer in der DDR gelebt hat, kann über die Lebenswege der Ostdeutschen urteilen", erhob der sächsische CDU- Generalsekretär Michael Kretschmer zu Beginn des Jahres den Zeigefinger. Selbst wenn er damit Recht hätte (was bei Lichte besehen nicht nur alle Historiker/innen, die über vergangene Epochen arbeiten, sondern auch alle Ärztinnen und Ärzte, die - selbst gesund - Krankheiten diagnostizieren, oder alle Wählerinnen und Wähler, die - ohne Parteimitglied zu sein - mit ihrer Wahlentscheidung Parteien bewerten, in Frage stellt), selbst wenn also Kretschmer Recht hätte: Er liegt daneben. Beurteilt werden sollen nicht Lebenswege aus der DDR. Beurteilt werden sollen weder der Lebensweg von Tillich, noch die Lebenswege anderer sächsischer CDU- Größen, auch nicht die Lebenswege von Ostdeutschen. Es geht nicht um die Zeit vor 1989. Es geht um die Zeit nach 1990. Es geht darum, wie der Nachwende- Tillich über den Vorwende- Tillich informiert. Oder eben desinformiert.

Es geht um die Zeit nach 1990. Beurteilt werden soll die Doppelzüngigkeit, mit welcher die CDU nach 1990 von der Geschichtsschreibung Besitz ergriff: Selbst um 31 Millionen Blockpartei- Mark reicher und um 240.000 Blockflöten- Mitglieder aus der DDR- CDU und dem DBD stärker, stilisierte sie sich schnell zum Bollwerk gegen den vermeintlich drohenden Wiederaufstieg des Sozialismus, gegen die "Roten Socken", die nicht nur die PDS, sondern auch die SPD angeblich trage. Die Doppelzüngigkeit, mit der die CDU- Regierung einerseits unzählige Menschen auf der Basis von Fragebögen aus dem öffentlichen Dienst entfernte, während andererseits zahlreiche Blockflöten in die CDU- Landtagsfraktion einzogen. Die Doppelzüngigkeit, mit der die CDU in Bund und Land die "rot- rote" Gefahr immer wieder von Neuem heraufbeschwört, während in den Kreistagen und Stadträten CDU/PDS- Koalitionen beim Verteilen von Posten und Pöstchen wie geschmiert laufen.

'Mag alles sein', mag mancher denken. 'Aber muss man denn darüber öffentlich sprechen? Muss man diese Diskussion jetzt führen?' Wann soll sie dann geführt werden? Für die, denen die Diskussion weh tut, ist jeder Zeitpunkt der falsche. "Alle politische Aktion besteht im Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist", rät Ferdinand Lassalle.

Das Buch kann zum Preis von 9,80 EUR über die Homepage von Karl Nolle bestellt werden (http://www.karl- nolle.de/bestellung.php) und ist auch im Buchhandel erhältlich.

 
 

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