Homann: 12 Euro Mindestlohn hilft 34.200 Menschen in Mittelsachsen

Veröffentlicht am 03.06.2022 in Allgemein

Henning Homann, mittelsächsischer Landtagsabgeordneter und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, zur Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro, die am Freitag (3.6.) im Deutschen Bundestag beschlossen wurde:

„Der Mindestlohn ist eine Frage des Respekts. Auch in Mittelsachsen sind 12 Euro das Mindeste, was Menschen für ihre Arbeit bekommen sollten. Viel zu viele Menschen werden noch mit Niedriglöhnen abgespeist. Allein in Mittelsachsen werden 34.200 Beschäftigte direkt vom erhöhten Mindestlohn profitieren. Das sind fast 27,70 Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“

„Besonders profitieren werden Frauen, die viel zu oft im Niedriglohnbereich arbeiten. Der erhöhte Mindestlohn wirkt ganz konkret. Viele Menschen in Mittelsachsen bekommen für ihre harte Arbeit, die unsere Gesellschaft am Laufen hält, noch viel zu wenig Geld. Der erhöhte Mindestlohn stärkt die Kaufkraft und schafft mehr soziale Sicherheit. Der Mindestlohn wird auch bei vielen Beschäftigten, die mehr als 12 Euro erhalten, für Bewegung bei den Gehältern sorgen.“

Aus Sicht von Henning Homann ist die Erhöhung des Mindestlohns ab 1. Oktober aber nur ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit am Arbeitsmarkt:

„Wir brauchen endlich gute Tarifverträge und eine höhere Tarifbindung. Beschäftigte in Ostdeutschland erhalten pro Monat immer noch 800 Euro weniger als im Westen. Das ist ungerecht! Der Mindestlohn wird den Lohnabstand verringern. Der Kampf um Fachkräfte wird in den nächsten Jahren immer weiter zunehmen. Gute Löhne werden zu einem immer wichtigeren Standortfaktor. Wer engagierte Beschäftigte halten will, die sich regelmäßig weiterqualifizieren, muss auch ordentlich bezahlen. Ich unterstütze die Gewerkschaften und Betriebsräte in Mittelsachsen in ihrem Kampf für eine bessere Bezahlung!”

Hintergrund:

Laut einer aktuellen Studie des Pestel Institut für Systemforschung e. V im Auftrag der  Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) (https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/mindestlohn-erhoehung-zwoelf-euro-auswirkung-sachsen-anhalt-thueringen100.html) werden in Sachsen 426.600 Menschen direkt von der Erhöhung des Mindestlohns profitieren. In den einzelnen Landkreisen/kreisfreien Städte ergeben sich folgende absolute Zahlen und Anteile an der Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen:

 

Profiteure Mindestlohn laut NGG

Arbeitnehmer:innen 2020

Anteil

Landkreis Bautzen

33.500

130.800

25,60%

Stadt Chemnitz

22.900

134.900

17,00%

Landeshauptstadt Dresden

51.100

315.800

16,20%

Erzgebirgskreis

39.300

133.100

29,50%

Landkreis Görlitz

28.600

102.200

28,00%

Stadt Leipzig

59.100

319.900

18,50%

Landkreis Leipzig

28.000

89.800

31,20%

Landkreis Meißen

25.100

102.000

24,60%

Landkreis Mittelsachsen

34.200

123.500

27,70%

Landkreis Nordsachsen

20.800

83.900

24,80%

Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge

27.300

91.300

29,90%

Vogtlandkreis

24.800

93.000

26,70%

Landkreis Zwickau

31.900

141.300

22,60%

Summe

426.600

1861500

22,90%

 

Quellen:
Pestel Institut für Systemforschung e. V | Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) 2022
Statistisches Landesamt: Erwerbstätige nach Kreisfreien Städten und Landkreisen https://www.statistik.sachsen.de/html/erwerbstaetige.html