Homann: "Sachsen braucht neue Arbeitsplätze"

Veröffentlicht am 10.08.2009 in Features

Am vergangenen Wochenende hat der Döbelner Anzeiger unter dem Motto 5 Kandidaten - 30 Fragen den Kandidaten der demokratischen Parteien auf den Zahn gefühlt. Landtagskandidat Henning Homann veröffentlich hier noch mal seine Antworten. Die Antworten der anderen Kandidaten finden Sie in der Samstagsausgabe des Döbelner Anzeigers.

1.Schwerpunkte: Nennen Sie kurz ihre drei wichtigsten Ziele, für die Sie sich im Landtag einsetzen wollen, wenn Sie gewählt werden.

Sachsen braucht bessere und gerechte Bildung. Die Bildungschancen junger Menschen dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Wir brauchen kostenfreie Bildung von der Kita bis zum Studium. Kernpunkt einer Bildungsreform ist der Umstellung des Schulsystems auf längeres gemeinsames Lernen bis zur 9. Klasse.
Sachsen braucht neue Arbeitsplätze durch Investitionen in innovative Wirtschaftszweige. Grüne Technologien, Maschinenbau und moderne Antriebstechniken in enger Verknüpfung von Forschung und Entwicklung. Das gelingt nur durch die konsequente Förderung des Mittelstandes.
Sachsen braucht eine demokratische, das heißt vielfältige Kultur. Dazu gehören Theater, Soziokultur und Sport genauso wie die Förderung von Integration und der konsequente Kampf gegen Rechtsextremismus.

2.Verkehr: Welchen Stellenwert haben Verkehrsfragen für Sie? Sollte es mehr Geld für den Straßenbau oder für den Öffentlichen Personennahverkehr geben?

Auch die Menschen in den ländlichen Regionen müssen mobil sein können. Nicht jeder kann sich ein Auto leisten, deshalb hat der öffentliche Personennahverkehr neben seiner ökologischen auch eine große Soziale Bedeutung. Deshalb hat braucht Sachsen ein Sozialticket. Natürlich müssen die Straßen in Ordnung gehalten werden und die Aufträge an die regionalen Baufirmen vergeben werden. Im Zweifel würde ich eher in die Köpfe der Menschen investieren als in Beton.


3.Bildung: Die Aktualisierung der Schulnetzplanung steht an. Soll es bei den zurzeit niedrigen Schülerzahlen weitere Schulschließungen geben oder favorisieren Sie Alternativen? Soll es weiterhin eine Bildungsempfehlung bereits in der vierten Klasse geben?

Schulschließungen lehne ich entschieden ab. Im Gegenteil, wir brauchen längeres gemeinsames Lernen in Gemeinschaftsschulen, weil das mehr Bildungsgerechtigkeit schafft und mehr Schülern das Abitur ermöglicht. Die Einführung von Gemeinschaftsschulen verhindert auch, dass weitere Schulen geschlossen werden müssen, das die Kinder nicht auf Mittelschule und Gymnasium aufgeteilt werden. Dadurch wird eine Bildungsempfehlung endlich überfällig.

4.Gesundheit: Der Ärztemangel wird in den kommenden Jahren zunehmen. Was sollte der Freistaat unternehmen, um junge Ärzte in der Region zu halten?

Wir müssen sicher stellen, dass Ärzte sämtlicher Fachrichtungen für jeden in kurzer Zeit zu erreichen sind. Da wo Ärztemangel besteht, müssen alle Beteiligten an einen Tisch. Land und Kommunen müssen die Niederlassung junger Ärzte durch finanzielle Anreize bei Praxisgründung oder Übernahmen oder durch eine kontinuierliche Nachwuchsförderung fördern. Lange Wartezeiten wie die real existierende Zwei-Klassen-Medizin muss ein Ende haben. Die Bedarfsplanung des Bundes muss dringend überarbeitet werden.

5.Im August 2008 gab es eine Kreisreform. Folgt in den nächsten fünf Jahren eine Gemeindereform?

Wir müssen den neuen Landkreisen die Zeit geben zusammenzuwachsen. Jetzt eine Gemeindereform durchzuführen wäre der falsche Weg. Wenn, dann sollten nur freiwillige Zusammenschlüsse, die auch von den Bürgern gewollt sind, unterstützt werden.

6.Die Diäten für die Landtagsabgeordneten sorgen immer wieder für Diskussionen. Gefordert wird, dass auch Abgeordnete selbst für die Rente vorsorgen? Wie stehen Sie dazu? Sollen die Diäten in den nächsten fünf Jahren erhöht werden?

Eine Diätenerhöhung lehne ich ab. Viele Bürger müssen den Gürtel enger schnallen. Auch die Politiker müssen ihren Beitrag leisten. Grundsätzlich darf es nicht möglich sein, dass sich Politiker selber ihre Diäten erhöhen können. Ein Kopplung an andere Berufsgruppen wie Richter ist unbedingt notwendig. Ich unterstütze die Forderung, dass sich Abgeordnete selbst an ihrer Altersvorsorge beteiligen.

 
 

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