Jugendhilfeausschuss beerdigt CDU-Prestigeprojekt

Veröffentlicht am 23.05.2011 in Jugendpolitik

Henning Homann, Döbelner Landtagsabgeordneter und mittelsächsischer Kreisrat:

Das „Flexible Jugendmanagement“ sollte vor allem im ländlichen Raum die radikalen Kürzungen der Jugendpauschale, zumindest teilweise, ausgleichen und demokratische Werte an Kinder und Jugendliche in ganz Sachsen vermitteln. So zumindest versprach es die CDU-Landtagsfraktion in ihrem „Sachsenbrief“, der Anfang des Jahres in die Briefkästen im Landkreis Mittelsachsen verteilt wurde. Am Montag hat der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Mittelsachsen nun das „Flexible Jugendmanagement“ für den Landkreis mit großer Mehrheit abgelehnt, obwohl der Freistaat eine Förderung von mindestens 80 Prozent zugesagt hatte.

„Das war schon ein sonderbares Schauspiel, wie die CDU-Kreisräte im Jugendhilfeausschuss das jugendpolitische Prestigeprojekt der eigenen Landesregierung mit klaren Worten beerdigt haben. Dabei wird einmal mehr klar, dass bei Kindern und Jugendlichen am falschen Ende gespart wird. Gerade vor dem Hintergrund der anhaltenden Gefahr durch Rechtsextremismus und Gewalt in Mittelsachsen, nimmt die offenbar fehlende Abstimmung zwischen CDU Landes- und Kommunalpolitik unverantwortliche Züge an. „Ich kann nur noch den Kopf schütteln,“ erklärt der SPD-Landtagsabgeordnete und Kreisrat Henning Homann zur Ablehnung des Flexiblen Jugendmanagements durch den Jugendhilfeausschuss.

„Ich kann die Ablehnung, vor allem unter den anderen Freien Trägern gut verstehen. Die Jugendarbeit ist chronisch unterfinanziert. Jetzt ins „Flexible Jugendmanagement“ zu investieren würde bedeuten im kommenden Jahr bei bestehenden Projekten weitere Gelder zu kürzen. Natürlich lassen sich die Träger der Jugendarbeit nicht gegeneinander ausspielen. Das Problem großer weißer Flecken ohne sozialpädagogisch begleitete Jugendarbeit im ländlichen Raum bleibt aber trotzdem weiter bestehen,“ erklärt Henning Homann das Dilemma. Dabei waren die Schwierigkeiten absehbar. In Briefen an den Landrat habe der Kreisjugendring als Antragsteller, sowie Homann selbst, frühzeitig auf das Problem hingewiesen. „Der Landrat poltert ja gerne mal gegen die Landespolitik. Beim `Flexiblen Jugendmanagement' hätte ein nachdrücklicher Hinweis helfen können. Ich habe bis heute nicht einmal eine Antwort vom Landrat erhalten. Kinder und Jugendliche haben offenbar nicht die notwendige Lobby im Landratsamt,“ erklärt Homann abschließend.

Hintergrundinformation:

Den SACHSEN:BRIEF der CDU-Landtagsfraktion finden Sie unter: http://www.sz-online.de/pdf-beilagen/sachsenbrief/#/3/

 
 

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